4 Dimensionen sind zu wenig

Heute früh habe ich für mich eine grundlegende Erkenntnis unserer Existenz gehabt. 4 Dimensionen sind zu wenig um unsere Welt zu erklären. Damit stehe ich nicht alleine, auch in der Physik rechnet man mit Mehrdimensionalen Modellen. Laut der Stringtheorie sollen es sogar bis zu 11 Dimensionen geben.

Das klingt für mich als Normalsterblichen alles sehr abstrakt. Mir persönlich würden 5 Dimensionen reichen, 3 Dimensionen für den Raum, die 4. Dimension für die Zeit. Und die 5. Dimension, was nun ist bitte schön die 5. Dimension?

Ich halte es da wie Platon, der schon vor gut 2400 Jahren diese postuliert hatte, den Ideenraum. Ich würde ihn eher als Informationsraum bezeichnen. Manche definieren die 5. Dimension auch als Kreativitätsraum. Künstler können vielleicht eher dies nachvollziehen und bezeichnen ihn als Inspiration.

Wir können im Alltag eine simple Brücke zu diesen Informationsraum bauen. Ein simpler Spiegel ist so eine Brücke. Es ist irgendwie komisch, aber genau jetzt muss ich an Alice in Wunderland denken.

Was zeigt denn ein uns ein Spiegel? Im Grunde ist es die Reflexion des Lichtes von einem Körper. Quasi eine informationelle Lichtabtastung, die die Informationen von Höhe, Breite, Tiefe und Bewegung als Spiegelbild darstellt.

Und ähnlich einem inneren Spiegelbild ist die zu Bild oder zur Gestalt gewordene Idee. Prof. Hans-Peter Dürr spricht sogar, davon, das Materie geronnene Information ist.

Auch der Cyberspace ist eigentlich nur eine Illusion eines Raumes, der auf Grundlage von Informationstechnologien gebildet wird.

 

Wir leben in einer kybernetischen Demokratie!

kybernetische Demokratie

Diesen Satz solltest Du Dir immer wieder in Erinnerung rufen, wenn Du bestimmte Ereignisse in einem gesellschaftlichen Bezug siehst und beurteilst.

Aber was ist Kybernetik eigentlich?  Es ist die Wissenschaft der Steuerung und Regelung und wurde von dem Mathematiker Norbert Wiener in der Mitte des 20. Jahrhunderts begründet. Die eigentlichen Ursprünge gehen aber noch weiter zurück.  Wiener beschäftigte sich während des 2. WK mit der Entwicklung von Flak-Zielsteuerungssystem. Er analysierte das Flugverhalten der feindlichen Piloten und versuchte ihre zukünftigen Flugbahnen zu berechnen. Diese Erkenntnisse, zusammen mit Fortschritten in der Kommunikationstechnik führten ihn hin zur Kybernetik.

Ein kybernetisches System ist ein selbstregulierendes organisches oder anorganisches System. Meist wird hier ein Thermostat als Beispiel genannt. Er vergleicht den Temperatur Ist-Wert mit den Soll-Wert und reguliert dementsprechend das Heizsystem.

Wer genauer hinschaut und versucht unsere moderne Welt zu  verstehen wird erkennen, wie tief die Prinzipien der Kybernetik Einfluss auf unser Leben haben. Besonders in der Onlinewelt sind diese Prinzipien allgegenwärtig.

Wir alle haben bestimmte Erwartungen an die Zukunft und wollen bestimmte Ziele erreichen. Damit wir dies können, müssen wir eine klaren Kurs bestimmen. Das geht nur durch eine IST-Analyse des aktuellen Standortes, diesem wird der Soll-Wert gegenüber gestellt.

Wir Menschen neigen  dazu mit möglichst wenig Aufwand unsere Ziele zu erreichen. Ja, ich möchte sogar behaupten, dass die uns innewohnende Faulheit die Haupttriebfeder des Fortschritts ist!

Und weil das so ist, werden Menschen immer den Weg des geringsten Widerstandes gehen.  Für jedes Problem wird eine Lösung gefunden, die es uns noch einfacher macht unser Leben zu meistern. Der Erfolg von Firmen wie Amazon, Facebook oder Google beruhen darauf, dass wir immer bequemer werden.

Aber wie komme ich jetzt auf kybernetische Demokratie?

Moment, ich bin noch nicht soweit! Zunächst muss ein Verständnis dafür  bei Dir entstehen, wie genau die in uns  allen innewohnende Bequemlichkeit wirkt. Hierzu muss ich leider noch etwas weiter ausholen. Es geht um die Frage,wie Belohnungssysteme funktionieren.  Experimente zur operanten Konditionierung haben gezeigt, dass Tiere wie Menschen gleichermaßen auf ein bestimmtes Verhalten programmiert werden können.  Ein zufälliges Verhalten wird durch positive oder negative Reize verändert (Sehr stark vereinfacht dargestellt).

Es geht also immer darum ein bestimmtes Verhalten zu erzeugen oder zu vermeiden.  Manchmal werden wir also Glücklich, wenn wir etwas tun und manchmal eben, wenn wir etwas nicht tun.

Manchmal genügt auch nur ein kleiner Stupser, Hinweis oder „Like“ um ein bestimmtes Verhalten auszulösen. In diesem Zusammenhang möchte ich den Begriff des Primings und ganz konkret des Medien-Primings nennen. Es ist ein gut untersuchter Effekt, der Medienkonsumenten dazu bringt bestimmte politische Akteure zu bevorzugen, die für bestimmte politische Themen stehen,  die in der allgemeinen Medienberichterstattung verstärkt thematisiert wurden.

Das ist so, weil unser Denkaparat bestimmte Sachverhalte von den Medien leicht verdaulich immer wieder vorgekaut bekommt. Und weil wir alle bequem sind, werden diese vorverdauten Inhalte leichter akzeptiert.

Im Zeitalter des „Sozialen Netze“ und insbesondere von Facebook, wurde dieser Effekt demokratisiert und verstärkt. Jeder kann im Prinzip Meinungen und Inhalte posten und für uns vorverdauen. Facebook arbeitet daran seinen Nutzern immer nur die Inhalte zu zeigen, die ihm gefallen.  Ein Klick auf den Like-Button ist die Eintrittskarte. Aber nicht nur das, durch das Einbinden eines Facebook-Buttons bekommt das Netzwerk mit, welche Seiten ein Nutzer ansurft und für welche Themen er sich interessiert, ohne dass er dies aktiv dem Netzwerk kundtut. Zudem experimentiert Facebook mit seinen Nutzern und manipuliert aktiv deren Nachrichtenstrom. Das ist eine Tatsache, die viele nicht wissen. Es fanden sogar schon Experimente zum Wahlverhalten in den USA statt. Über 61 Millionen Menschen wurde ein Hinweis  zur Kongresswahl in den USA angezeigt, zusätzlich wurde ein „ich habe gewählt“ Button angeblendet .  Wenn Freunde auf diesen Button geklickt haben, war diese Wirkung um ein vielfaches stärker, als wenn keine angezeigt wurden. Es wurde also einer Auswahl  von über 600000 angezeigt, welche Freunde schon gewählt haben und in der Kontrollgruppe nicht. Zirka 300000 Wähler konnten so nachweislich mobilisiert werden. Es ist der Beweis dafür, wie mächtig Facebook letztendlich ist.

Aber nicht nur die Wähler werden manipuliert, sondern auch die politischen Akteure selber. Jeder namhafte Politiker hat eine Twitter-Account oder eine Facebook-Seite. Das was das Netz bewegt, schwappt immer öfter auch rein in die klassischen Medien. Die Social Networks sind quasi der Rückkanal in unserem kybernetischen politischen System. Dieser Rückkanal ist gerade in einem demokratischen System  maßgeblich für das Agenda Setting und das zukünftige Handeln der Politiker. Schließlich sind die von den Stimmen ihrer Wähler abhängig und welche Politiker will nicht gewählt werden in einer Demokratie? Der Regelkreislauf ist also geschlossen.

Die Frage ist, wie frei sind wir wirklich in unseren Entscheidungen? Und wie werden wir beeinflusst?

Es ist für mich sehr beängstigend, wie die aktuelle Flüchtlingsdebatte in Deutschland geführt wird. Gefühlt wird dieses Thema immer radikaler diskutiert.  Die Spaltung der Gesellschaft nimmt gefühlt immer weiter zu und die klassischen Medien scheinen diesen Trend auch noch aktiv zu befördern.

Umso wichtiger ist es zu wissen, dass die vermeintliche Realität in den Sozialen Netzwerken nicht die echte ist, sondern viel mehr ein Produkt unserer eigenen Überzeugungen und Gefühle ist.

Dieser Artikel soll jetzt keine Misstände herunterspielen oder gar entwerten, sondern viel mehr dafür sensibilisieren, einen eigenen Realitätscheck vorzunehmen.

Hier eine kleine Anekdote aus meiner kleinen eigenen Realität. Vor kurzem war ich in meinem Fintessstudio und wollte auf dem Laufband laufen. Neben mir lief eine leicht gehbehinderte im langsamen Schritttempo. Als sie bemerkte, dass ich neben ihr das Laufband mir ausgesucht hatte, brach sie abrupt ihr Training ab, nur um ein Laufband weiter weg von meinem, ihr Training fortzusetzen und auch sonst mied sie jeden Blockkontakt zu mir. Scheinbar hatte sie mein südländisches Äußere erschrocken und verängstigt. Ein andere Erklärung fällt mir aktuell nicht ein. Was soll ich von solch einem Verhalten nur halten?

Vielleicht bin auch aber auch nur von meinem Facebook-Stream entsprechend geprimt worden und reagiere nun sensibler auf Bestätgigungen zu meiner Timeline?